Kunststofffenster, die kostengünstige Alternative für Renovierung und Neubau

Für jeden Bauherrn, ob im Neu- oder Altbaubereich, sind Fenster ein erheblicher Kostenfaktor. Auf der anderen Seite gibt es kaum ein Bauteil beim Hausbau, durch das sich langfristig so viel Geld einsparen lässt wie durch gut isolierte Fenster. Kunststofffenster sind die Antwort auf dieses Dilemma. Sie sind deutlich kostengünstiger als Holz- oder Metallfenster, erreichen aber bei richtiger Auswahl Dämmwerte, die sich nicht hinter der Konkurrenz aus anderen Materialien verstecken müssen.

Der U-Wert, das Maß der Dinge beim Wärmeschutz

Mit dem U-Wert, dem Wärmedurchgangskoeffizienten wird angegeben, welche Dämmeigenschaften eine Fläche besitzt. Wand, Türe oder eben auch Fenster besitzen einen spezifischen U-Wert, angegeben in W/(m²K), also Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Dieser sagt aus, wie viel Wärme in Abhängigkeit von der Temperaturdifferenz zu beiden Seiten der Fläche pro Quadratmeter durch die Fläche hindurch geht. Je höher also der U-Wert, desto schlechter die Wärmedämmeigenschaft, je niedriger der U-Wert, desto besser.

Der U-Wert bei Fenstern

Kunststoffenster

Da Rahmen und Fensterfläche eine sehr unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit haben, werden bei Fenstern eigene U-Werte für diese beiden Bauteile gemessen und angegeben. Der Uf-Wert (für Englisch frame) gibt die Wärmedurchlässigkeit des Rahmens an, der Ug-Wert (für Englisch glass) die der Glasfläche. Beide zusammen ergeben den Uw-Wert (w für window), der die Wärmedurchlässigkeit des gesamten Fensters bezeichnet. Hatten einfach verglaste Fenster in den 70er Jahren noch Uw-Werte von um die 5.0 W/(m²•K), erreichen moderne dreifach verglaste Fenster einen Wert von 0,8 W/(m²•K) oder sogar darunter. Dieser Wert ist die Grenze für die Bezeichnung Passivhausfenster. Wird er erreicht oder unterboten, dann darf ein Fenster in ein Passivhaus eingebaut werden. Aber was bedeutet dieser Wert? Das kann man am Heizöläquivalent ein wenig deutlich machen. Durch einen Quadratmeter Fensterfläche in Passivhausqualität geht pro Jahr nur so viel Wärme verloren, wie mit sieben Liter Heizöl erzeugt werden kann.

Kunststofffenster in Passivhausqualität

Damit Kunststofffenster diesen hohen Ansprüchen gerecht werden, müssen sie einige Voraussetzungen erfüllen. Zunächst ist in jedem Fall eine Dreifachverglasung erforderlich, um bei der Glasfläche einen U-Wert zu erreichen, der für den Passivhausstandard ausreicht. Die beiden abgeschlossenen Kammern zwischen den Scheiben werden mit Edelgas befüllt, und die Scheiben mit einer hauchdünnen Metallschicht bedampft. Im Kunststoffprofil des Rahmens befinden sich ebenfalls abgeschlossene Luftkammern. Je nach Anbieter sind das zwischen sechs und acht Kammern. Außerdem verfügt ein passivhausfähiges Profil über drei Gummilippen, die bei geschlossenem Fenster zwei Luftkammern am Übergang zwischen Fensterflügel und Fensterstock bilden. Schließlich muss der Übergang zwischen Rahmen und Glasfläche so gestaltet werden, dass auch hier nur minimale Wärmeübertragung stattfindet. Dies gelingt mit geeigneten Abstandshaltern zum Beispiel aus Composite Kunststoff, oder kunststoffummanteltem Edelstahl.

Vorteile von Kunststofffenstern

Aber auch wer nicht gleich ein Passivhausfenster einbauen will, sondern mit etwas weniger Wärmedämmung zufrieden ist, der liegt mit Kunststofffenstern trotzdem richtig. Neben dem günstigen Preis spricht vor allem die Pflegeleichtigkeit für Fenster aus Kunststoff. Die Oberfläche verwittert jahrelang nicht, muss nicht gestrichen werden und das Fenster verzieht sich nicht. Zum Reinigen reicht einfaches Abwischen des Kunststoffrahmens. Moderne Kunststofffenster sind genauso langlebig wie Holzfenster, dabei aber pflegeleicht und wesentlich günstiger im Preis.

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